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Depot und Fahrzeuge 2017
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Hochwassereinsatz 2013
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Verkehrsunfall Richtung Oderwitz 2013
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Scheunenbrand 2009
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Hexenfeuer 2010
e-mail: feuerwehr.spitzkunnersdorf@gmx.de
Phone: 035842 / 39986

09.06.2013 Technische Hilfeleistung


Kurz vor 14:00 Uhr ertönte die Sirene im ganzen Ort. Wieder einmal hat der Regen kein Ende genommen.

Als der Boden kein Wasser mehr aufnehmen konnte und das Oberflächenentwässerungssystem zur Überlast kam, suchten sich die Wassermassen einen Weg durch den gesamten Ort. Was auf der Hauptstraße in Höhe des Lindenwegs diesmal noch relativ harmlos anfing, mündete weiter unten auf der Dorfstraße in einer Überflutung aller an der Bach angrenzenden Grundstücke und Wohnhäuser. Schon am Depot wurden so viele Sandsäcke wie möglich auf einen offenen Anhänger verladen. An der Dorfstraße wurden dann die Sandsäcke verteilt und vorrangig vor die Haustüren und Nebeneingänge der Wohnhäuser platziert. Die Kameraden konnten auf ihre Erfahrungen der letzten Hochwasser-Einsätze aufbauen und so zielgerichtet die früher am schlimmsten vom Hochwasser betroffenen Häuser zuerst mit Sandsackbarrieren schützen. Nachdem alle Sandsäcke verteilt waren, hieß es abwarten bis der Wasserpegel der Bach sank. Dann erst ist es sinnvoll mit dem Abpumpen anzufangen. Da aber die Spitzkunnersdorfer recht schnell aus dem verheerenden Hochwasser 2010 gelernt haben, konnten Viele mit eigenen Wasserpumpen im Keller dem Schlimmsten entgehen. Leider wurde zur gleichen Zeit die Bachmauer in Höhe „Zur Hohle“ restauriert. Diese Baustelle wurde durch die Wassermassen sehr in Mitleidenschaft gezogen.

Doch die Kameraden hörten über Funk wie schlimm es in der Nachbargemeinde Oderwitz aussah. Als sich also die Lage im eigenen Ort etwas entspannte, machten sich die Kameraden auf, um den Oderwitzern unter die Arme zu greifen. In Oderwitz angekommen wurde schnell klar, dass dort noch etwas zum vielen Wasser dazu kam. Der Schlamm vom Feld wurde mit dem Wasser zusammen in den Ort gespült und beschädigte unzählige Häuser. Kellerfenster wurden hinein gedrückt und mit ihnen der Schlamm und das Wasser. Es musste schnell gehandelt werden, denn sobald das Wasser weicht wird der Schlamm innerhalb kürzester Zeit hart und lässt sich dann nur schwer aus dem Haus wieder entfernen. So wurden die Kameraden aufgeteilt: Ein Teil half bei der schnellen Schlammbeseitigung aus den Häusern und der andere Teil füllte Sandsäcke für die Häuser am „Landwasser“ ab, welche immer noch unter extrem hohen Wasserpegelständen zu kämpfen hatten.

In den frühen Abendstunden verabschiedeten sich die Kameraden der Feuerwehr Spitzkunnersdorf und erhielten jede Menge Dankbarkeit von den Oderwitzer Einwohnern.

Dieses Hochwasser erlangte nicht so eine große Medienberühmtheit wie das Hochwasser 2010. Das mag daran liegen, dass diesmal eine kleinere Fläche vom Starkregen und Überflutung betroffen war. Nichts desto trotz ist es für die Betroffenen jedesmal ein schwerer Schlag, ob finanziell oder emotional. Und so geht auch kein Einsatz solcher Art spurlos an unseren Kameraden vorbei. Bei solchen Großschadenslagen sehen wir viele Tränen und viel Verzweiflung. Aber wir sehen auch positive Dinge: Viel Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit. In solchen Situationen ist es sehr wichtig, dass die Menschen noch mehr zusammenhalten und sich gegenseitig helfen, wo es nur geht. Nur so kann eine Großschadenslage auch wirklich effektiv eingedämmt werden.